AUA: Unbegrenzte Möglichkeiten in den USA?

Austrian Airlines erwartet sich heuer auf den Los-Angeles-Flügen 80.000 Passagiere und ist mit den übrigen US-Verbindungen - außer Miami - zufrieden.

Boeing 777 (Foto: Amir Aghamiri Austrian Airlines).

"Vielversprechend", so bezeichnet Austrian-Finanzvorstand Heinz Lachinger die Entwicklungsmöglichkeiten der am Montag eröffneten Destination Los Angeles, das - inklusive der Feriendestinationen - 15. Langstreckenziel von Austrian. Trotz aller politischen Veränderungen und des medialen Getöses rund um Präsident Trump - auf die Zahlen reduziert "sehen wir weiter in den USA einen wachsenden Markt", wie Lachinger in Los Angeles anlässlich des Erstflugs betont.


Heinz Lachinger und der Kapitän des Erstflugs, Reinhard Lernbeiss (Foto: Michael Csoklich).

Auf der Strecke nach Los Angeles rechnet die AUA für 2017 mit 80.000 Passagieren. Bei einer angenommenen Auslastung von etwas über 80 Prozent, was pro Flug 262 Passagieren entspricht. Prognosen zufolge bleiben 100 dieser Passagiere in Wien, 76 fliegen mit der LH-Gruppe innerhalb Europas weiter, 31 interkontinental. 17 fliegen weiter in LH-Hubs, 11 in die Bundesländer, die restlichen 27 fliegen mit anderen Fluglinien weiter. Geht die Rechnung auf, soll LA der AUA 2017 ein neues All Time High mit mehr als 12 Millionen Passagieren bescheren. 

Von diesen 12 Millionen Passagieren fliegen übrigens 1,8 Millionen interkontintal, davon wieder ein Drittel auf den USA-Strecken. Bis auf Miami ist Lachinger mit allen USA Destinationen zufrieden. "In Miami sind wir noch nicht dort, wo wir sein wollen und erwarten bessere Ergebnisse. Auf allen anderen Strecken aber decken wir nicht nur die Kosten ab, sondern machen auch Gewinne." 

Der Eröffnungsflug war übrigens bestens gebucht mit 303 von 313 möglichen Passagieren und 6 Tonnen Fracht. Damit war das Flugzeug nur eine Tonne unter dem maximal möglichen Abfluggewicht. Von den 100 Tonnen getanktem Kerosin wurden 85 verbraucht. 

Die Aufnahme von Los Angeles konnte ohne zusätzliches Langstrecken-Flugzeug erfolgen. Sechsmal pro Woche nach Los Angeles zu fliegen bedeutet eine Flugzeit von 156 Stunden

Um diese Stunden ohne zusätzliches Flugzeug fliegen zu können, müssen sie also woanders "abgezweigt" werden. Der Flughafen JFK in New York wird daher ebenso wie Toronto einmal weniger pro Woche angeflogen, die Flugzeiten nach Bangkok optimiert. Lachinger nennt das eine "logistische Meisterleistung". Aber: Die Eröffnung der Destination Los Angeles hat zu Produktivitätssteigerungen geführt, die eigentlich schon länger hätten "entdeckt" und vorgenommen werden müssen. Fazit jetzt: die Produktivität steigt, die Kapitalkosten sinken. Die 767 und 777 Flotte der AUA ist jetzt im Schnitt 16 Stunden pro Tag in der Luft. Ein Wert, der nach Meinung der AUA, im oberen Spitzenfeld liegt und zufrieden stimmt. 


Norbert Kettner, Wien Tourismus (Foto: Michael Csoklich).

Begeistert vom neuen Direktflug Wien - Los Angeles sind nicht nur die vielen Österreicher, die im Raum Los Angeles leben und arbeiten, sondern auch Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner. Gäste aus den USA sind die wichtigste Gruppe nach denen aus Deutschland und Österreich. Sie bleiben im Schnitt nicht nur länger, sie sind häufig Kongresstouristen, sind sehr zahlungskräftig und wohnen in Wien zu 30 Prozent in 5-Sterne Hotels und zu 40 Prozent in 4-Sterne Hotels, sagt Kettner. Die Hälfte der USA-Touristen, die nach Österreich kommen, bleiben in Wien, gefolgt von Salzburg, Tirol und der Steiermark. "Mit 830.000 Nächtigungen im Vorjahr sind die USA der stärkste Fernmarkt Wiens", sagt Kettner. Von der neuen Destination LA erwartet er, dass "sie sowohl im Freizeit- wie auch im Kongresstourismus wie eine Triebfeder auf die Entwicklung der Nächtigungen wirkt".

Autor: Michael Csoklich
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Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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