AUA: Rückblick und Ausblick

Notizen zur Bilanzpressekonferenz

Foto: Ingo Lang

Zusätzlich zu den bereits gestern veröffentlichten guten Ergebniszahlen, nachfolgend ein paar Notizen zur heutigen Bilanzpressekonferenz.

Das sichtlich entspannte Vorstandsduo Ötsch und Malanik (Bierwirth kommt ja erst im April) präsentierte einen umfassenden Rückblick auf 2007, und einen eher vagen Ausblick auf 2008. Während im vergangenen Jahr die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung ausgesprochen günstig waren, sieht Ötsch im heurigen Jahr einige Herausforderungen auf die Airline zukommen: Erstens, die „irrationale„ Expansion der Low-Cost-Carrier am Flughafen Wien, und zweitens, die unabsehbare Entwicklung des Kerosinpreises.

2007 war geprägt von der starken Entwicklung im Kernmarkt Zentralosteuropa (CEE). Dadurch wurde der Verkehrsrückgang auf der Langstrecke gut kompensiert. So konnten auf der Mittelstrecke insgesamt 8,2 Millionen Passagiere befördert werden, 8,4 Prozent mehr als im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Das Aufkommen auf der Langstrecke betrug 1,3 Mio Passagiere und ging (erwartungsgemäß) um 16,4 Prozent zurück. Ebenfalls zurück ging das Charteraufkommen, nicht zuletzt durch den Konkurs der Slovak Airlines. Insgesamt verbesserte sich die Auslastung um 1 Prozent, während die Betriebsleistung um 4,2 Prozent sank. Erfreulich: Der Betriebsaufwand verringerte sich von 2,7 auf 2,5 Mrd Euro.

Aufgrund umfangreicher Restrukturierungsmaßnahmen, sowie einer Verlagerung in frei verfügbare Wertpapiere verringerten sich die liquiden Mittel von 516 Mio auf 219 Mio Euro.

Für das Jahr 2008 plant die AUA neben einer aggressiven Expansion in neue Märkte (Mittlerer Osten) auch offensive Maßnahmen gegen die zunehmende Konkurrenz der Low-Cost-Airlines in Wien. Wie? Ötsch: „Bis jetzt mussten wir keine einzige Strecke zurücknehmen, im Gegenteil wir werden auch auf ihren Strecken expandieren und  „mit heißen Preisen reagieren, auch ins kühle Stockholm„.

Ins Haus stehen auch fünf neue Destinationen. Wie schon bekannt werden ab Sommer zwei neue Ziele in Russland angeflogen: Nizhny Novgorod und Socchi. Fix ab Juni sind nun auch Riyadh (3x wöchentlich) und Jeddah (4x die Woche)  in Saudi Arabien.

Für die avisierte Offensive in den Mittleren Osten werden bis zu neun A320 mit der neuen „Premium„-Ausstattung benötigt. Hierfür werden 4 Flugzeuge aus dem aktuellen Bestand adaptiert, der Rest sind Neubestellungen. Veränderungen sind auch in der Regionalflotte zu erwarten. Die AUA setzt vermehrt auf einen Ersatz der 50-sitzigen Regionaljets durch die größere und wesentlich ökonomischere Q400. Hingegen sei die Langstrecke gegenwärtig gut aufgestellt, Neuerungen sind vorerst nicht zu erwarten. 

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