AUA-Langstreckentickets dürften teurer werden

Laut Austrian-CEO Alexis von Hoensbroech müssen „Mehrkosten durch Mehrpreise“ ausgeglichen werden.

Alexis von Hoensbroech (Foto: Martin Metzenbauer).

Das am Dienstag veröffentlichte Quartalsergebnis von Austrian Airlines bewegte sich mit einem Adjusted EBIT von 89 Millionen Euro zwar in einem durchaus respektablen Bereich - trotzdem musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr einige Federn lassen. Geschuldet sei das Minus von 7,7 Prozent neben den Flugunregelmäßigkeiten samt Kompensationszahlungen hauptsächlich dem steigenden Kerosinpreis auf der einen und dem zunehmenden Druck der Lowcoster am Hub Wien auf der anderen Seite, erklärte AUA-Vorstandsvorsitzender Alexis von Hoensbroech vor Journalisten in Kapstadt. Nachdem sich sowohl der eine als auch der andere Störfaktor in näherer Zukunft nicht einfach in Luft auflösen werden, soll hier gegengesteuert werden.

„Wir werden Mehrkosten durch Mehrpreise ausgleichen müssen“, so der AUA-Chef. Auf dem low-cost-umkämpften Kontinentalverkehr wird dies kaum möglich sein. Hier erwartet von Hoensbruch sogar tendenziell ein weiter sinkendes Preisniveau - die Airline wird durch mehr Kapazität (unter anderem mit den zurückgekehrten vier Dash 8 von Swiss) reagieren. Auf der Langstrecke hingegen dürften die Preise laut dem Austrian-CEO „eher teurer“ werden. Damit würde die AUA anderen Airlines wie Emirates folgen - letztere hat vor kurzem beispielsweise ihre Preise auf der Wien-Dubai-Strecke erhöht. „Die Langstrecke bei Austrian Airlines an sich ist rentabel“, so von Hoensbroech, allerdings gebe es auch hier einen Rückstand zu den anderen Fluglinien der Lufthansa Group.

Neben dem anhaltenden Preisdruck durch die Billigflieger-Invasion wird im nächsten Jahr noch ein weiterer zusätzlicher Kostenfaktor auf die AUA zukommen: Derzeit werden die zuletzt um rund 50 Prozent gestiegenen Treibstoffpreise durch Hedging-Verträge abgefangen - im Jahr 2019 wird dies laut von Hoensbroech allerdings anders aussehen. Alleine heuer werde trotz Hedging die Mehrkosten durch den steigenden Kerosinpreis rund 38 Millionen Euro ausmachen - im kommenden Jahr dürfte dieser Posten entsprechen höher liegen, sollten sich die Ölpreise entsprechend weiterentwickeln.

Darüber was die Austrian-Chefetage zusätzlich in petto hat, um dem rauher werdenden Branchenklima Paroli bieten zu können, schweigt sich von Hoensbroech noch aus - diese Ideen laufen unter „Work in Progress“ und sollen wohl demnächst kommuniziert werden. In Schweigen hüllte sich der AUA-Chef auch zu immer wiederkehrenden Fragen zur Flottenerneuerung - gerade auf der Langstrecke.  Ob die Größe der Langstreckenflotte mit derzeit 12 Flugzeugen insgesamt die richtige sei, ließ der Austrian-CEO offen. Dass - wie jüngst kolportiert - eine weitere Boeing 777 aus Aeromexico-Beständen zur AUA käme, stimme nicht.

Generell in Frage stellen müsse man die Flottenstruktur insgesamt. Und hier vor allem, ob die Größe der Regionalflotte noch ins Konzept passe. Kurzfristige Änderungen seien hier aber nicht geplant. Einen positiven Aspekt kann von Hoensbroech der teilweise alten AUA-Flotte gerade angesichts des schwieriger werdenden Branchenumfeldes abgewinnen: Da verhältnismäßig viele Flugzeuge bereits abgeschrieben sind, sei man auch kostenseitig in Krisenzeiten flexibler.

Ein gutes Zeugnis stellt Alexis von Hoensbroech auch der aktuellen österreichischen Regierung im Hinblick auf ihren Fokus auf Wirtschaftsthemen aus: „Die Bundesregierung hat hier die richtige Denke“.

 

Anmerkung im Sinne der Medientransparenz: Die Kosten für die Pressereise nach Kapstadt - an der Austrian Aviation Net teilgenommen hat - wurden von Austrian Airlines übernommen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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