AUA-Gutachten: Hohes Risiko für Crews

Foto: Martin Metzenbauer

Die Kündigung der AUA- und Tyrolean-Kollektivverträge haben das Risiko für die Belegschaft erhöht. Laut einem Gutachten des Rechsanwaltes Georg Schima besteht für die Belegschaft die Gefahr eines kollektivvertragsfreien Raumes. Schima hat das Gutachten für den Vorstand der Austrian Airlines erstellt. Dieser könne den Betriebsübergang "unabhängig von den verschiedenen Positionen" trotzdem durchführen, zitiert die Tageszeitung „Der Standard“ heute aus dem Gutachten.

Bei dem Betriebsübergang hätten weder Arbeitnehmer noch Betriebsrat etwas mitzureden, es reiche, wenn das Unternehmen seine Informationspflichten einhalte. Das sei geschehen, so Schima. Die Klärung, ob und falls ja, welcher KV nach dem Übergang auf Tyrolean gelte, werde nicht vor Ende Juni entschieden sein. Schima rät dem Vorstand, die Gehälter der AUA-Bordpersonals um rund 25 Prozent auf das Tyrolean-Niveau abzusenken. Bisher war man bei dem Betriebsübergang immer davon ausgegangen, dass die Gehälter lediglich eingefroren werden.

Auch die erhoffte hohe Abfertigung von bis zu einer halben Millionen Euro pro Pilot wackelt. Dieses außerordentliche Kündigungsrecht nach Arbeitsvertragsrecht-Anpassungsgesetz (Avrag) bestehe nämlich nur, wenn "die Arbeitsbedingungen durch den nach dem Betriebsübergang geltenden KV ... wesentlich verschlechtert werden". Nachdem aber nach Schimas Rechtsansicht für das AUA-Personal nach einem Betriebsübergang ab Juli gar kein KV gilt, also stünden auch keine Abfertigungsansprüche zu.

Für die Piloten und Flugbegleiter müsse ohne KV lediglich ein „angemessenes“ Entgelt gezahlt werden. Als Maßstab könne das Einkommen des Tyrolean-Bordpersonals dienen. Dass die Gewerkschaft den KV von Tyrolean gekündigt hat, habe die Verhandlungsposition weiter geschwächt, "einvernehmliche Verschlechterungen" durch Änderungskündigungen des Arbeitgebers seien ab Juli möglich.

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