AUA: Gewerkschaft fordert Langstreckenausbau

Widerstand gegen mögliche Fusion mit Eurowings angekündigt.

Boeing 777 (Foto: Austrian Airlines AG).

Die für Austrian Airlines zuständige Verkehrsgewerkschaft Vida übt zum Jahresauftakt Druck auf die AUA-Geschäftsleitung aus und fordert, dass "jetzt endlich der Turbo eingeschaltet" werden muss und "dringend notwendige Reformen angegangen" werden müssen.

Hintergrund ist, dass der Carrier die Entscheidung hinsichtlich einer möglichen Erneuerung der Langstreckenflotte auf die lange Bank geschoben hat. Ursprünglich konnte sich Mutterkonzern Lufthansa mit der österreichischen Regierung auf einen Deal einigen: Österreich halbiert die Ticketsteuer und der Kranich investiert im Gegenzug in die AUA-Langstreckenflotte. 

Ursprünglich wurde suggeriert, dass im Ministerrat die notwendigen Beschlüsse hinsichtlich der ohnehin umstrittenen Flugscheinabgabe rasch herbeigeführt werden, jedoch wurden Betriebs- und Handbremse gleichzeitig angezogen. Die ursprüngliche Euphorie ist verflogen und nun sollen Gutachten und Studien erstellt werden, um das Thema auf die ganz lange Bank schieben zu können.

Die Reaktion aus Frankfurt am Main war, dass das Tempo aus dem Erneuerungsplan genommen wurde, vielleicht auch um abzuwarten, ob Österreich die Ticketsteuer tatsächlich senkt oder gar abschafft. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Austrian Airlines, denn so schnell wird wohl keine größere Langstrecken-Order getätigt werden.

"Alle Gruppen im AUA-Konzern, also PilotInnen, Kabine, Boden und Technik, beweisen täglich, dass sie bereit sind, hart für den Erfolg des Unternehmens zu arbeiten. Jetzt erwarte ich mir, dass AUA-Chef Kratky und sein Team entschlossen in die Zukunft investieren und nicht nur mit Ankündigungen falsche Hoffnungen wecken", so Vida-Gewerkschafter Johannes Schwarcz. "Im heiß umkämpften Flugmarkt müssen für neue Ziele künftig deutlich mehr Langstreckenflieger bereitstehen. Zudem brauche ich die AUA-Manager wohl nicht daran erinnern, dass neues Gerät aufgrund der modernen Technologien letztlich deutlich günstiger zu betreiben ist", so der Arbeitnehmervertreter. Um den Flugbetrieb um einiges effizienter durchführen zu können, muss auf eine einheitliche und moderne Flotte umgestellt werden. "Derzeit besitzt die AUA Flugzeuge von unterschiedlichen Herstellern und Typen. Das führt zu einer immensen Mehrbelastung für den Flugbetrieb. Flexibilität geht verloren und für jedes Flugzeugmuster muss es eigene Schulungen, Wartungen, Personal und vieles mehr geben", kritisiert Schwarcz.

AUA/Eurowings-Fusion würde bekämpft werden

Besondere Sorge bereitet den Gewerkschaftern auch die momentane Diskussion bezüglich einer Einbringung der Austrian Airlines AG in die Eurowings-Billigschiene. "Die Manager sollen endlich in die Gänge kommen und mit dem Ausbau der Langstrecke den Standort Wien und die Beschäftigung weiter absichern", so Schwarcz. Angesichts derzeit kursierender Gerüchte über eine mögliche Fusion von AUA und dem Billigflieger Eurowings stellt der Gewerkschafter klar: "Das wäre wirtschaftlicher Wahnsinn. Sämtliche Verschmelzungsgelüste werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern. Wir werden nicht zulassen, dass die AUA in die Billigschiene abgedrängt wird. Wir wollen absichern, dass die AUA weiter ein hochwertiges Produkt und eine Business Class anbietet, genauso wie Lufthansa und Swiss."

"Das Management kommt um die ehestmögliche Modernisierung der Langstreckenflotte nicht herum. Zudem muss sich die AUA als ansprechender Arbeitgeber positionieren. Das Aushöhlen der Arbeitsbedingungen und die Absenkung der Gehälter im Zuge der Betriebsübergänge haben dazu geführt, dass die AUA die aus Konzernsicht günstigsten Personalkosten hat. Jetzt steht das Unternehmen allerdings vor dem Problem, dass es immer schwieriger wird, gutes und hochqualifiziertes Personal zu finden! Es ist ein Armutszeugnis für eine Lufthansa-Tochter wenn selbst Low-Cost-Carrier wie Easyjet ihren ArbeitnehmerInnen attraktivere Angebote auf den Tisch legen können", erklärt Schwarcz abschließend.

Autor: Jan Gruber
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Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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