AUA: "Erfolg ist sexy, Geld auch"

Das Halbjahresergebnis der AUA fällt nicht wunschgemäß aus, es ist schlechter als das des Vorjahres. Die Präsentation des Ergebnis am Flughafen Wien nutze die die AUA zur offiziellen Übergabe vom scheidenden CEO Kay Kratky zum neuen CEO Alexis von Hoensbroech, der ab morgen die AUA lenkt.

Fotos: Michael Csoklich.

„Ich bin nicht übertrieben optimistisch, ich habe aber auch keine Angst.“ So kommentierte Alexis von Hoensbroech den Zustand der AUA im Umfeld harter Konkurrenz durch die Low Cost Carrier in Wien. Die 100 Millionen € Ergebnis des Jahres 2017 seien eine gute Ausgangsbasis, die AUA sei im Steigflug und diese Dynamik werde sich fortsetzen.

Im 2. Quartal konnte das starke Minus des 1. Quartals kompensiert werden, für das Halbjahr bedeutet das ein Bereinigtes EBIT von -3 Millionen €. Als Gründe werden die höheren Treibstoffkosten sowie Flugunregelmäßigkeiten genannt, warum auch das Jahresergebnis 2018 schlechter als 2017 ausfallen werde, wie Finanzchef Wolfgang Jani ankündigte. Warum Lufthansa und SWISS unter denselben Bedingungen und Einflüssen eine Steigerung des bereinigten EBIT um 16 bzw. 57% geschafft haben? „Weil der Markt in Wien und die Kunden in Wien anders sind als in Zürich und Frankfurt, und weil die Nachfrage und die Preise in Wien herausfordernder sind“, sagt Kay Kratky. „Der Vergleich mit Lufthansa und SWISS schreckt mich aber nicht, wir gehen unseren Weg konsequent nach vorne.“ Sein Nachfolger müsse sich jetzt ansehen, welcher Weg weitergegangen werde, Ideen gebe es viele.

Alexis von Hoensbroech kennt die AUA, er hatte im Zuge seiner Karriere bei Lufthansa unter anderem die Eingliederung der AUA in den Konzern mit verantwortet. Er will sich jetzt 100 Tage Zeit nehmen, um das Unternehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut kennenzulernen. Dann will er ein verschärftes Konzept vorstellen, das vor allem zeigen soll, wie und bis wann die AUA so profitabel sein wird, dass sie sich neue Langstreckenflugzeuge leisten kann. 85 Flugzeuge habe die AUA derzeit, aber es stehe kein einziges auf einer Bestellliste. Das für Investitionen immer wieder genannte Ergebnis von 150 Millionen € sieht von Hoensbroech nicht so in Stein gemeißelt. „Da spielen viel andere Faktoren auch eine Rolle.“ Klar sei aber, dass Investitionen umso leichter seien, je höher die Rendite sei. „Erfolg macht sexy, Geld auch.“

Alexis von Hoensbroech stellt klar, dass er von der Konzernmutter Lufthansa keinen Auftrag habe, die AUA nach links oder rechts zu führen. Egal, was viele Gerüchte da behaupten würden. Es gehe aber darum, den Rentabilitätsabstand zu Lufthansa und Swiss zu verringern und die AUA wieder investitionsfähig zu machen. Auf dem Ergebnis von 2017 ließe sich da aber gut aufbauen.

Von Hoensbroech kennt und schätzt Lufthansa CEO Carsten Spohr, „wir haben ein ganz gutes Vertrauensverhältnis“. Sein Vertrag läuft drei Jahre. Er geht davon aus, dass er 4 - 5 Jahre in Wien bleiben wird und übersiedelt gerade mit seiner Frau und den 5 Kindern nach Wien.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

    Special Visitors

    AlbaStar / EC-NAB
    Armée de l'Air / F-RADA
    CargoLogicAir / G-CLAA
    Astral Aviation / TF-AMM
    AirExplore / OM-KEX
    EAT Leipzig / D-AEAA
    AirBridgeCargo / VQ-BIA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller