AUA: Betriebsversammlungen mitten im Hochsommer

Zwischen der Gewerkschaft Vida bzw. dem Betriebsrat Bord und Austrian Airlines herrscht neuerlich dicke Luft, denn seitens der Arbeitnehmervertreter werden schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsleitung erhoben. Betriebsversammlungen mitten im Hochsommer könnten nun zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr führen.

Airbus A321 (Foto: www.AirTeamImages.com).

"Bitte warten!" auf einen neuen Kollektivvertrag heißt es weiter für über 4.000 ArbeitnehmerInnen des Austrian-Bordpersonals. Das Unternehmen weigere sich laut Johannes Schwarcz, dem Vorsitzenden der Fachrgruppe Luftfahrt der Gewerkschaft Vida, zu dem Anfang Mai abgesegneten Eckpunktepapier zu stehen. "Diese Vorgehensweise ist zutiefst irritierend. Wir haben uns vor über zwei Monaten nach einem 24-stündigen Verhandlungsmarathon auf den neuen KV geeinigt, und seitens der AUA wurde davon gesprochen, dass der Abschluss Ruhe ins Unternehmen bringen soll und Perspektiven für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eröffnen würde", so Schwarcz. "Das Unternehmen wollte offenbar sicherstellen, dass die 60-Jahr-Feier der AUA planlos und ohne Störungen über die Bühne gehen kann. Das hat man erreicht. Dass die Beschäftigten weiter ohne KV dastehen, interessiert die Austrian Airlines Verhandlungsführer Jens Ritter und Natalie Rau offenbar herzlich wenig. Die Auswirkungen des neuen Arbeitszeitgesetzes in der Luftfahrt noch nicht absehbar sind. Auch hier könnten massive Probleme auf die Kolleginnen und Kollegen zukommen."

Andreas Geldner, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender fügt hinzu: "Das Unternehmen knüpft seine Unterschrift plötzlich an Punkte, die nachträglich hineinreklamiert wurden und so nie ausgemacht waren. Es sind Punkte, die wir nicht gutheißen können, unter anderem sollen Mütter und Teilzeitangestellte in Zukunft benachteiligt werden."

Betriebsversammlungen im Hochsommer
Schwarcz und Geldner fordern die Austrian auf, den "Kollektivvertrag so schnell wie möglich zu unterschreiben. Sollte nicht umgehend eine Lösung auf dem Tisch liegen, dann werden wir das Personal im Sommer im Rahmen von Betriebsversammlungen umfassend informieren." Zudem sei die Wirtschaftskammer aufgerufen, als Spartenvertretung auf die Austrian einzuwirken, dem Kollektivvertrag Rechtsgültigkeit zu geben, so die Gewerkschafter: "Wir erwarten uns, dass die Wirtschaftskammer zu ihrer Sozialpartnerschaft steht und vermittelnd eingreift. Was die AUA hier abliefert, ist ein beispielloser Affront."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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