Anisec überarbeitet das Tarifsystem

Neuerungen von Vueling wurden übernommen.

Foto: Thomas Ramgraber.

Die österreichische Anisec Luftfahrt, die unter dem IAG-Brand Level gegenüber Kunden auftritt, wird ein neues Tarifsystem einführen. Bislang orientierte sich dieses an jenem der Konzernschwester Vueling und bestand aus dem "Nur-Flug-Tarif" Basic und dem Optima, bei dem beispielsweise ein Gepäckstück mit 23 Kilogramm inkludiert ist.

Anisec führt in Kürze die Zusatzprodukte "Priority-Check-in" und "Priority-Boarding" ein. Diese sind - mit Ausnahme jener Tarifklassen, in denen diese Leistungen bereits inkludiert sind - extra zu bezahlen, falls sie genutzt werden sollen.

Unter dem Namen "Timeflex" wird eine gänzlich neue Buchungsklasse angeboten, die insbesondere Umbuchungen ermöglicht. Dabei können sowohl die Uhrzeit als auch das Datum nach Verfügbarkeit ohne Aufpreis geändert werden. Weiters sind ein Handgepäckstück, Sitzplatzreservierung, Priority-Check-In und -Boarding inkludiert. Ein Aufgabegepäckstück ist in diesem Tarif, der sich an Geschäftsreisende richten soll, nicht dabei.

Laut dem Unternehmen sollen Umbuchungen bis zwei Stunden vor dem geplanten Abflug online, ein Mobilgerät oder die Hotline möglich sein. Umbuchungsgebühren laut Preisverzeichnis fallen nicht an, jedoch lauert hier eine versteckte, aber durchaus branchenübliche Preisfalle: Sollte der neue Flug teurer sein als jener, der ursprünglich gebucht wurde, so muss die Differenz draufgezahlt werden. Davon ausgenommen sind Änderungen, die am Tag des Ticketverkaufs durchgeführt werden. Ein echtes flexibles Ticket ist "Timeflex" daher nicht, denn lediglich zusätzliche Spesen für die Buchungsänderung fallen nicht an, jedoch - wie erwähnt - muss gegebenenfalls die Preisdifferenz nachgezahlt werden.

Eine weitere Option, die neu eingeführt wird, ist "Family". Diese soll explizit auf die Bedürfnisse von Familien zugeschnitten sein und eine Sitzplatzreservierung, ein Aufgabegepäckstück pro Person sowie ein Hangepäckstück pro Kopf. Ist in der Buchung mindestens ein Kleinkind bis maximal zwei Jahre enthalten, so gibt es für die ganze Familie Priority-Boarding dazu. Reist man mit älteren Kindern und/oder Jugendlichen, so gibt es dieses Extra nicht on-top.

Anisec bietet bereits seit dem Betriebsstart kostenpflichtige Sitzplatzreservierungen an. Die Kosten hierfür sind insbesondere davon abhängig welche Reihe ausgewählt wird. Wenn Reisende diesen erwerben, so ist ein sofortiger Check-In möglich. Andernfalls kann ab einer Woche vor Abflug - auf den meisten Routen - online eingecheckt werden und die Sitzplätze werden automatisch zugewiesen. Alternativ können auch die Flughafenschalter am Abflugtag genutzt werden. Die neuen Tarifklassen "Family" und "Timeflex" haben aufgrund ihrer enthaltenen Sitzplatzreservierungen den "Sofort-Check-In" bereits inklusive.

Generell will Anisec künftig offensichtlich die Sessel in der ersten Reihe, aber auch im Bereich der Notausgänge - mehr Beinfreiheit - anders vermarkten. So werden die Sitze in den Reihen zwei bis vier als "Space Plus" angeboten. Diese sollen zehn Prozent mehr Platz für die Beine bieten. "Space One" ist ganz vorne und soll 20 Prozent mehr Freiraum bieten. Bei Buchung dieser "Space"-Produkte ist Priority-Boarding bereits inkludiert.

Abschließend gilt es noch darauf hinzuweisen, dass diese neuen Tarifklassen und -optionen kein spezielles Anisec-Produkt sind, sondern von Vueling für sämtliche Flüge eingeführt wurden. Eine echte Differenzierung zwischen dem Level-Produkt und jenem der spanischen IAG-Schwester findet daher nicht statt.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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