Anisec stellt Mailand-Malpensa ein und reduziert Venedig

Reduktion bis Jahresende, anschließende Aufgabe von MXP.

Airbus A321-200 (Foto: Thomas Ramgraber).

Das IAG-Airline-Start-Up Anisec Luftfahrt ergreift nun erste Maßnahmen aufgrund geringer Auslastung: Die Verbindungen von Wien nach Mailand-Malpensa und Venedig werden zunächst reduziert und anschließend gänzlich wird Mailand aufgegeben. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte dies gegenüber Austrian Aviation Net.

Malpensa wird bis Jahresende nur noch einmal pro Tag bedient - bislang doppelter Tagesrand, während Venedig auf 2/7 zurückgefahren wird. Mit Jänner 2019 wird Mailand nicht mehr bedient. Einige einzelne Flüge sind derzeit noch - auch aufgrund von Veranstalterbuchungen - noch im Verkauf. Laut einem Anisec-Medienreferenten soll Venedig vorläufig mit der geringen Frequenz weiterbedient werden.

Auf der Mailand-Route ist das Umfeld äußerst wettbewerbsintensiv, da diese Strecke von zahlreichen Carriern angeboten wird und noch dazu Wizzair diese ebenfalls aufnehmen möchte. Ab Winterflugplan 2018/19 wird auch Laudamotion in Richtung der Metropole fliegen, jedoch im Gegensatz zu den Mitbewerbern in Bergamo statt Malpensa landen. Durch das Überangebot sind die Flugscheinpreise eher günstig, so dass noch mit weiteren Aufgaben seitens anderer Carrier (oder aber Nichtaufnahmen) zu rechnen ist. Easyjet wird die Route jedenfalls mit Ende der laufenden Sommerflugplanperiode ebenfalls einstellen.

In Richtung Venedig ist seit der Aufnahme der Route ein äußerst niedriges Preisniveau zu beobachten. So sind häufig Flüge auch kurz vor dem Abflug sehr günstig verfügbar, was in der Branche ein Indiz für viele freie Sitzplätze ist. Die bevorstehende Reduktion daher ein eindeutiges Signal, dass der Markt einen hochfrequenten und gleichzeitig wirtschaftlich tragbaren Betrieb von Wien-Venedig für Anisec nicht ermöglicht.

Ob Anisec Luftfahrt, die unter dem IAG-Brand Level fliegt, andere Destinationen als Ersatz für Mailand und Venedig aufnehmen wird, ist derzeit nicht bekannt. Das Unternehmen will sich - wie Verkaufschefin Ines Wagner gegenüber TAI erklärte - für die bevorstehenden Flugplanperioden zusätzlich auf den Verkauf von Vollchartern, Kontingenten und Ad-hoc-Charter - also ACMI-Veträge - konzentrieren. "Hierbei geht es sowohl um Kontingente als auch um Charterflüge. Auch für den Bereich Adhoc-­Charter sind wir je nach operationeller Verfügbarkeit offen", so Wasner gegenüber der TAI. Anisec schloss für den Sommer 2019 bereits mit verschiedenen Reiseveranstaltern, darunter Tui, Veträge für Vollcharterflüge.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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