ANA-Start in Wien: "Sehr hohe Nachfrage"

Maria Petiladou, Verkaufsleiterin von All Nippon Airways für die DACH-Staaten, erzählt im Gespräch unter anderem darüber, warum die Fluglinie die Verbindung nach Wien wieder aufgenommen hat.

Foto: Thomas Ramgraber

Seit 17. Februar 2019 fliegt All Nippon Airways nach einer Pause von 17 Jahren wieder von Wien nach Tokio. AviationNetOnline hat sich aus diesem Grund mit Maria Petiladou, Leiterin Marketing und Sales für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz der japanischen Fluglinie unterhalten.

AviationNetOnline: Warum hat sich ANA entschlossen, Flüge zwischen Tokio und Wien aufzunehmen? 

Maria Petalidou: Wien stand schon sehr lange auf der Wunschliste der ANA. Die Stadt ist äußerst beliebt bei unseren japanischen Fluggästen und bereits seit Jahren wächst die Nachfrage nach Flügen nach Wien spürbar, die wir bisher nur über Umsteigeverbindungen realisieren konnten. Unser Sales-Team ist ebenfalls schon seit längerem in Österreich sehr aktiv. Jetzt können wir endlich dem Wunsch vieler Kunden und Gäste entsprechen und einen Direktflug nach Tokio/Haneda anbieten. Das ist somit sicherlich die attraktivste Verbindung nach Tokio, die Wien je hatte.

AviationNetOnline: Die Kapazität zwischen Wien und Tokio wird mit den neuen ANA-Flügen deutlich gesteigert - und zwar von fünf wöchentlichen Austrian-Flügen im letzten Sommer auf sieben ANA- und ebensoviele AUA-Flüge. Warum denken Sie, dass die Nachfrage auf der Strecke so hoch sein wird?

Maria Petalidou: Wie bereits gesagt, spüren wir eine sehr hohe Nachfrage im Markt. Das bezieht sich sowohl auf Gäste aus Österreich als auch aus Japan. Und diese Nachfrage von beiden Seiten macht uns sehr optimistisch, dass wir die Strecke gut auslasten können. Die bisherige Buchungslage bestätigt uns das übrigens. Mit unseren Flugzeiten und dem Zielflughafen Haneda, von dem aus man die Stadt sehr schnell erreicht, sind wir ja auch eine gute Ergänzung zum bestehenden Angebot unseres Joint-Venture-Partners AUA. Wir denken, dass wir gemeinsam ein sehr gutes Angebot für direkte Flugverbindungen haben mit sehr guter Konnektivität sowohl in Wien über die Lufthansa Gruppe als auch in Asien und besonders in Japan mit unserem eigenen sehr dichten Streckennetz. 

AviationNetOnline: Diese Flüge werden im Rahmen des J+ Joint Venture durchgeführt. Was heißt das genau?

Maria Petalidou: Dies meint, dass sämtliche Flüge zwischen Deutschland und Österreich und Japan gemeinsam angeboten werden – sowohl unter LH- und OS- als auch unter unserer NH-Flugnummer und wir die Strecken auch gemeinsam vertreiben. Vom wirtschaftlichen Erfolg profitieren wir gemeinsam. Eine große Rolle spielt hierbei das dichte und attraktive Netz an Zu- und Abbringer-Verbindungen. Und wir können an beiden Enden der neuen Strecke von der sehr guten Vertriebsstärke der jeweiligen Partner gemeinsam profitieren. Eine hervorragende Ausgangsbasis also ... Tokio und Wien sind für sich schon höchst attraktive Ziele, aber von beiden Flughäfen aus hat man zusätzlich exzellente Anschlüsse jeweils auch ganz Europa oder ganz Asien.

Maria Petalidou im Gespräch mit Martin Metzenbauer.

AviationNetOnline: Welchen Passagiermix erwarten Sie?

Maria Petalidou: Wir werden traditionell einen höheren Anteil an Geschäftsreisenden als an Privatreisenden haben. Daher auch die etwas ungewöhnliche Sitzverteilung im Flugzeug: Mit insgesamt 215 Sitzen und einer Sitzverteilung von 48 auf die Business Class, 21 auf die Premium Economy und nur 146 auf die Economy Class haben wir sicherlich eine der besten Platz-Passagiere-Relationen am Markt. Das soll für die Passagiere heißen: In wahrscheinlich keiner anderen Boeing 787-9 haben die Gäste mehr Platz. Das Produkt ist übrigens eines der führenden: Mit Fullflat-Sitzen in der Business und einem exzellenten Catering-Konzept. Man sieht: Wir erwarten viele Geschäftsreisende und tun auch Einiges dafür, dass sie sich sehr wohl fühlen an Bord. Was übrigens für die beiden anderen Buchungsklassen genauso gilt ...

AviationNetOnline: Apropos Produkt: Was können sich die Passagiere an Bord der ANA-Dreamliner noch so erwarten? 

Maria Petalidou: Ein wenig habe ich ja schon geschildert. Wir sind jetzt seit sechs Jahren in Folge mit fünf Sterne bei Skytrax gerankt. Die fünf Sterne muss man sich sauer verdienen – mit einem dauerhaft hohen Niveau an Bord und am Boden. Schließlich sind nur etwa zehn Airlines auf der Welt so hoch kategorisiert. Dazu gehören natürlich die Hardfacts wie gute und komfortable Sitze – hier ist die Business Class unser Kernprodukt. Aber auch große Bildschirme und viel Auswahl bei der Bordunterhaltung. Schließlich bieten wir mit dem Dreamliner auch das modernste Flugzeug auf dem Markt mit einem Wohlfühl-Konzept, das Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit und Druckverhältnisse umfasst.

Noch wichtiger sind aus unserer Sicht die weichen Faktoren: Wir gehen wir mit dem Passagier um? Betreuen wir ihn wie andere Airlines oder umsorgen wir ihn? Und in die Mahlzeiten an Bord fließen immer wieder die kreativen Ideen bekannter Sterneköche in Asien und Europa ein. Ebenso haben wir mit den Connoisseurs ein Gremium erfolgreicher und anerkannter Köche und Sommeliers, die immer wieder neue Gerichte kreieren und uns bei der Auswahl der Speisen und Weine an Bord beraten. 

AviationNetOnline: Austrian Airlines fliegt nach Narita, ANA zum zentrumsnäheren Flughafen Haneda. Wie konnten Sie zusätzliche Slots für diese Flüge bekommen?

Maria Petalidou: Die Kapazitäten in Haneda werden nach der Inbetriebnahme der neuen Runway sukzessive erweitert. Davon profitieren wir als japanische Airline natürlich anteilig. Ein Teil dieser Kapazitäten ist für unsere erfolgreichen Routen nach Europa reserviert. Und bei neuen Slots nutzen wir diese gerne auch für die Expansion nach Europa. Außerdem ist Haneda unser Heimatflughafen, hier können wir unseren Gästen natürlich das beste Angebot machen, hier haben wir eine exzellente Infrastruktur zur Verfügung und zum Teil auch selbst geschaffen, die unserem hohen Qualitätsanspruch voll entspricht.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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