Amazon als Hahn-Käufer im Gespräch

Versandhändler könnte exklusiven Hub für die eigene Frachterflotte aufbauen.

Hahn-Chef Markus Bunk muss die Entscheidung der Eigentümerin, Land Rheinland-Pfalz, abwarten (Foto: Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH).

Der U.S.-amerikanische Versandhändler wird insgesamt zwanzig Frachtmaschinen des Typs Boeing 767F von der Leasinggesellschaft ATSG beziehen. Die Vertragsdauer wird seitens des Lessors mit "fünf bis sieben Jahre" beziffert. Die Abhängigkeit von Frächtern wie FedEx, UPS oder DHL soll durch eine Flotte, die von einem Dienstleister exklusiv für Amazon betrieben werden soll, verringert werden. Gesprächsthema auf der ITB war jedoch weniger diese Ankündigung, sondern die Tatsache, dass sich der Versandhändler auch für einen eigenen Airport interessieren soll. Frankfurt-Hahn steht dabei offenbar hoch im Kurs.

Offiziell kommentieren wollten die Verantwortlichen des Airports dieses Branchengeflüstere freilich jedoch nicht, allerdings ist der Flughafen bekanntermaßen in einem Privatisierungsprozess und bedingt durch die Tatsache, dass über viele Jahre hinweg teils horrende Verluste eingewirtschaftet wurden, möglicherweise auch vergleichsweise preiswert zu haben. Ein möglicher Erwerb durch Amazon würde die Richtung, in der es für den Hahn gehen könnte, durchaus vorbestimmen, denn ein exklusives Amazon-Drehkreuz, das mehr oder weniger exklusiv rund um die Uhr angeflogen werden kann, würde sich als europäischer Umschlagplatz für den Versandhändler sicherlich gut machen.

Weiters soll sich auch ein Investor aus dem arabischen Raum, der nicht näher namentlich genannt wurde, ebenfalls für den defizitären Regionalflughafen interessieren. Offiziell bekundete jedoch nur ein chinesisches Konsortium Interesse, aber auch hier wurden Andeutungen gemacht, dass es Verbindungen zum Onlinehändler JD.com und DHL Express geben könnte, so dass die Zukunft des Airports eher im Cargobereich gesucht wird.

Frankfurt-Hahn musste zuletzt einen weiteren Rückschlag einstecken, denn die irische Billigfluggesellschaft Ryanair reduzierte ihr Angebot von 44 auf 40 Strecken und zog ein im Hunsrück stationiertes Flugzeug ab. Dennoch hofft man am Hahn darauf, dass es gelingen werde weitere Reiseveranstalter für Flüge ab Frankfurt-Hahn motivieren zu können, um für mehr Flugverkehr und damit gesteigerte Einnahmen sorgen zu können.

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