Air Italy will U.S.-Partner gefunden haben

In Kairo gestrandete Boeing 737-Max-8 macht dem Carrier keine Freude.

AIrbus A330-200 (Foto: Air Italy).

Air Italy-Vorstandsmitglied Rossen Dimitrov ist verständlicherweise nicht sonderlich erfreut davon, dass eine von drei Boeing 737 Max derzeit in Kairo regelrecht festsitzt. Im Gespräch mit Corriere della Sera erklärt er, dass der Jet in Irland registriert ist und die zuständige Zivilluftfahrtbehörde keine Genehmigung für einen Ferry-Flug erteilen würde.

Insgesamt verfügt Air Italy über drei Boeing 737-Max-8, die aufgrund des weltweiten Flugverbots nicht eingesetzt werden dürfen. Wartungskosten und Leasingraten müsse man dennoch bezahlen, beklagt sich Dimitrov. Einzig die Piloten könne man, soweit möglich, auf der Boeing 737NG-Reihe einsetzen, führt er weiters gegenüber Corriere della Sera aus. Angesprochen auf ein mögliches Storno antwortete der Manager übrigens mit „Kein Kommentar“.

Die Interkontinentalstrecken nach Miami und New York sollen „sehr gut laufen“. Allerdings räumt Dimitrov ein, dass es einige Zeit gedauert habe bis das Produkt von den Passagieren angenommen wurde. Kritik U.S.-amerikanischer Wettbewerber weist er zurück und erklärt, dass man für Kooperationen offen sei. Insbesondere besteht er darauf, dass man keine Qatar-Airways-Passagiere via Italien in die Vereinigten Staaten transportieren würde. Auch kann et etwaige „Angst“ nicht nachvollziehen, denn man habe doch nur fünf Langstreckenflugzeuge. „Wir haben keine unbegrenzten Mittel, sonst würden wir weiterhin auf unrentablen Strecken wie Indien fliegen, die wir stattdessen geschlossen haben“, so Rossen Dimitrov im Gespräch mit Corriere della Sera. Dennoch soll eine Partnerschaft mit einer U.S.-Airline kommen, allerdings will er den Namen der Airline noch nicht nennen.

Gleichzeitig fordert das Air-Italy-Vorstandsmitglied, dass die Europäische Union ihre Airlines besser unterstützen sollte und vor „räuberischen Taktiken“ von U.S.-Carriern besser schützen sollte. Die Subventionsvorwürfe aus den USA weist der Manager scharf zurück. Insbesondere verweist Dimitrov gegenüber Corriere della Sera darauf, dass sich Delta an Alitalia, die mehr Geld vom Staat als jede andere Airline auf der Welt erhalten habe, beteiligen will. Dies nennt er auch „grotesk“.

Im kommenden Jahr wird Air Italy zwei weitere A330 einflotten und gleichzeitig einige Netzwerkanpassungen auf der Kurz- und Mittelstrecke durchführen. Hinsichtlich der Boeing 787 verhält sich der Manager allerdings abwartend. Es wäre noch nichts entschieden. „Wir sind keine Uber, sondern eine Fluggesellschaft. Ich habe meine letzten Wochenenden damit verbracht, Flugzeugmietverträge zu verhandeln“, so der Manager.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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