Air France könnte A380-Flotte halbieren

Künftig dürften laut eines Berichts nur noch fünf Flugzeuge des Typs für die französische Airline fliegen.

Airbus A380 von Air France (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Fluglinie der Grande Nation dürfte mit dem "Grande Airbus" nicht ganz glücklich sein: Wie die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" berichtete, soll der neue Air-France-KLM-Chef Benjamin Smith überlegen, die derzeit 10 A380 schrittweise auf fünf Exemplare zu reduzieren. Die Hälfte der Flotte des Riesenflugzeuges ist geleast - genau von diesen Maschinen, deren Verträge Ende 2019 auszulaufen beginnen, wird man sich möglicherweise trennen.

Zumindest ein Faktor dabei könnte laut dem Bericht sein, dass Air France ihren A380 (die ab 2009 zur Airline gekommen sind) demnächst ein Update ihrer Kabine gönnen muss. Vor allem die Business Class mit ihren Angle-Flat-Seats ist mittlerweile alles andere als State of the Art. Mit dem Umbau soll Ende 2020 begonnen werden - zum stolzen Preis von 45 Millionen Euro pro Flugzeug, wie "Les Echos" schreibt. Diese Groß-Investition will man dem Vernehmen nach nur noch für die fünf eigenen Flugzeuge aufwenden.

Überhaupt scheint sich bei Air France die Euphorie hinsichtlich des Musters in Grenzen halten - so wurden im Jahr 2016 zwei Flugzeuge aus der ursprünglichen Bestellung storniert und durch A350 ersetzt. Bei den Passagieren würde laut "Les Echos" neben den altertümlichen Kabinen auch Probleme im Betrieb an der Beliebtheit des Musters zehren - von Flugausfällen bis zu Fast-Katastrophen wie bei der Triebwerksexplosion von Flug 66 im September 2017.

Der Kanadier Benjamin Smith leitet seit kurzem die Geschicke bei Air France-KLM (Foto: Air France).

Von Airline-Seite her ist natürlich auch die schwierige Ökonomie des A380 ein essentielles Thema: Das riesige Flugzeug besitzt eine wunderbare Kosten-Performance wenn es voll ist - und eine suboptimale, wenn die Auslastung weniger gut ist. Kann man diesen Flieger im Sommer wahrscheinlich mit Leichtigkeit füllen, sieht es im europäischen Winter auf manchen Strecken wohl anders aus. Und generell geht ja der Trend in den letzten Jahren mehr in Richtung der flexibleren, kleineren Muster wie der Boeing 787.

Das Gros der Langstreckenflotte bei Air France besteht daher bereits jetzt aus Twinjets wie Boeing 777 (derzeit 68 Flugzeuge), Airbus A330 (derzeit 15), Boeing 787 (insgesamt 18 bestellt) und A350 (21 Exemplare geordert). Die verbliebenen fünf A380 werden demnach künftig nur noch ein Nischendasein führen. Ob man sich komplett davon trennen wird, ist dann allerdings doch unwahrscheinlich: Zum einen gibt es wohl gerade vom Mega-Hub Paris CDG einige Rennstrecken, auf denen das Muster während des ganzen Jahres gut zu füllen und wirtschaftlich zu betreiben ist - vor allem auch dann, wenn man die gut zahlenden Premiumpassagiere wieder mit einer zeitgemäßen Business Class begeistern kann. Zum anderen sieht der Gebrauchtmarkt für die Type nicht wirklich rosig aus - eine von "Les Echos" zitierte Quelle dazu: "Der Wert eines gebrauchten A380 ist fast Null."

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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