Air Berlin zahlt 40 Millionen an die KfW

Weitere Erlöse noch in der Schwebe.

Airbus A321 (Foto: Air Berlin).

Die der Bundesrepublik Deutschland und deren Bundesländer gehörende Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) erhielt laut Air Berlin eine erste Rate des 150-Millionen-Euro Kredits zurücküberwiesen. Dies bestätigte ein Sprecher des insolventen Konzerns, nannte bzw. bestätigte jedoch keine genaue Summe.

Die Berliner Zeitung schreibt jedoch, dass 40 Millionen Euro an die KfW-Bank zurückbezahlt worden wären. Sollte diese Zahl stimmen, so wären exklusive Zinsen noch 110 Millionen Euro offen, für die eine Bürgschaft der Bundesrepublik Deutschland besteht.

Der Löwenanteil der 40-Millionen-Euro-Rate sollen Erlöse aus dem Verkauf von Teilen der Air Berlin bzw. Tochtergesellschaften sein. Explizit genannt werden in deutschen Medien dabei die Veräußerungen von Air Berlin Technik, Leisure Cargo und jenen Teilen des Mutterkonzerns, der an Easyjet ging.

In der Schwebe ist übrigens auch noch die Versilberung der Luftfahrtgesellschaft Walter, deren Übernahme durch Lufthansa die EU-Kommission abgelehnt hat. Da seitens des Kranichs die Käufe von Niki, LGW und Teilen der Air Berlin als Paket eingereicht wurden, jedoch von der Übernahme der Österreicher Abstand genommen wurde, läuft bezüglich LGW und den Air-Berlin-Jets ein neuerliches Prüfverfahren in Brüssel. Der Ausgang ist noch völlig offen. Lufthansa soll jedoch weitgehende Zugeständnisse angeboten haben. So der Verkauf der Luftfahrtgesellschaft Walter realisiert werden kann, sollen seitens Lufthansa 18 Millionen Euro auf das Treuhandkonto des Insolvenzsachwalters überweisen werden. Es ist anzunehmen, dass das Geld anschließend an die KfW als Rate weiterüberwiesen wird.

Komplett offen ist was mit der Kreditsicherheit Niki passiert. Den Verkaufserlös sicherte sich die KfW-Bank als Pfand-Sicherheit, jedoch platzte der Deal mit Lufthansa und derzeit läuft alles auf einen Notverkauf hinaus, wobei völlig offen ist wie viel Geld damit eingenommen werden kann und ob es zu einem positiven Vertragsabschluss mit einem Käufer kommen wird. Davon könnte auch abhängen, ob die KfW-Bank den Notkredit vollständig oder nur teilweise zurückbekommt. Ein Joker, den Sachwalter Lucas Flöther ins Spiel brachte, ist allerdings noch die Haftung von Etihad Airways, die nun eingefordert wird. Sollte der Jurist diese im Sinne der Gläubiger monetarisieren können, so wäre es für die Gläubiger ein "Game Changer".

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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