Air Berlin-Pleite kurbelt ACMI-Geschäft an

Sowohl Eurowings als auch EasyJet greifen für ihre umfangreichen Expansionspläne auf Hilfe von anderen Airlines zurück, die ihre Kapazitäten bereitwillig im Wetlease anbieten. [UPDATE 15:08]

Foto: AirTeamImages.com

Während die zweitgrößte deutsche Airline vor allem ihren Beschäftigten, aber auch ihren Kunden und Vertragspartnern sicherlich fehlen wird, profitieren einige Parteien doch sichtlich vom Marktaustritt des OneWorld-Mitglieds. Neben der Deutschen Lufthansa, EasyJet sowie diversen anderen Airlines, die bestrebt sind, die entstandenen Marktlücken nahtlos wieder zu füllen, sind das vor allem ACMI-Anbieter.

Jene Unternehmen bieten den expandierenden Gesellschaften rasch Kapazitäten im Wetlease. Das bedeutet, dass sie Flugzeuge samt Crews, Wartung und Versicherung zur Verfügung stellen und dafür quasi zu einem "Festpreis" entlohnt werden. Die Vermarktung der durchgeführten Flüge übernimmt der Leasingnehmer. Jener kümmert sich auch um Auslastung und Ticketerlöse.

Nachdem von TUIfly geleaste 737-800 laut einem Bericht von "Airlineroute" inzwischen aus dem Eurowings-Flugplan verschwunden sind, greift die deutsche Low-cost Airline so auf einen A319 der slowenischen Adria, einen A319 der CSA sowie eine Boeing 737-800 der spanischen Air Europa zurück. Nach derzeitigem Stand werden all jene zumindest einmal auch in Wien sowie einzelne Maschinen in Klagenfurt und Salzburg zu Gast sein. Ein Airbus A330-200 der AirTanker fliegt, laut "Airlineroute", außerdem für Eurowings zwischen Düsseldorf und Punta Cana. Zusätzlich helfen die Konzerngesellschaften der Lufthansa-Gruppe, allen voran die jüngsten Eroberungen Brussels Airlines und LGW, bei Eurowings aus. Brussels Airlines legt sich hierfür sogar zwei erste Airbus A340 zu, während LGW erstmals A320 betreibt. Zudem finden sich Flüge, die von Brussels Airlines mit Boeing 737-800 durchgeführt werden sollen, im Reservierungssystem.

Doch auch EasyJet kann ihre Expansion in Deutschland nicht alleine stemmen. Die Low-cost Airline eröffnet in Berlin Tegel ihre zweitgrößte Basis nach London Gatwick und greift hierfür auf Hilfe von Condor, WDL und SmartLynx aus Lettland zurück. Im Laufe des Sommers sollen dann alle 25 von Air Berlin übernommenen Maschinen mit neuer Registrierung und eigenem Personal versehen im Einsatz stehen.

Special Visitors

Montenegro Airlines / 4O-AOA
Armée de l'Air / F-RADA
TAP / CS-TOV
Emirates / A6-EUG
Luftwaffe / 10+23
EGYPTAIR / SU-GEH
VUELING / EC-MLE

Unsere Autoren

Martin Metzenbauer

Jan Gruber

Michael Csoklich

Robert Hartinger

Christoph Aumüller