Air-Berlin-Partnern drohen Rückforderungen

Sachwalter im Insolvenzverfahren lässt mögliche Insolvenzverschleppung prüfen.

Airbus A320 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Geschäftspartner, die vor der Insolvenzanmeldung der Air Berlin Zahlungen erhalten haben, müssen nun um Ihr Geld bangen, denn der zuständige Sachwalter prüft derzeit, ob die einst zweitgrößte Airline Deutschlands bereits zuvor zahlungsunfähig war und die Insolvenzanmeldung verschleppt wurde.

Die Folgen wären fatal, aber eben entsprechend der deutschen Rechtslage, denn die betroffenen Zahlungsempfänger müssten dann mit Rückforderungen rechnen. Sachwalter Lucas Flöther lässt derzeit durch die Wirtschaftsprüfer von PwC herausfinden zu welchem Zeitpunkt Air Berlin tatsächlich zahlungsunfähig war und ob das Management den Insolvenzantrag zu spät eingereicht hätte.

Wenn dies der Fall ist könnte dem Management um Thomas Winkelmann auch ein entsprechendes Ermittlungsverfahren durch die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft und sollten sich die Vorwürfe erhärten gar eine Anklage drohen. Als besonders pikant wird betrachtet, dass Air Berlin bereits seit längerer Zeit in massiver Schieflage war.

Rein theoretisch ist es sogar möglich, dass jene Zahlungen, die zum Amtsantritt des Thomas Winkelmann an ihn geleistet wurden, rückgefordert werden könnten. Auch der Kauf der Luftfahrtgesellschaft Walter könnte angefochten werden, was jedoch erhebliche Auswirkungen auf den Weiterverkauf an Lufthansa haben könnte. Primär betroffen wären allerdings sämtliche Zulieferer, Flughäfen, Treibstofflieferanten und so weiter, an die trotz faktischer Zahlungsunfähigkeit bezahlt wurde.

Zunächst werden die von Lucas Flöther beauftragten Wirtschaftsprüfer allerdings sehr viel Arbeit haben, denn die Konzernstruktur der Air Berlin gilt als äußerst komplex. Ob eine Insolvenzverschleppung vorliegt und somit auch Rückforderungen kommen könnten, ist derzeit noch nicht abschätzbar. Allenfalls ist zu erwähnen, dass diese Tätigkeit des Sachwalters lediglich seine Pflichterfüllung ist, zu der er nach deutscher Rechtslage gesetzlich verpflichtet ist. Ein konkreter Zusammenhang mit der Zerschlagung der Air Berlin Group besteht nicht.

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