Air Berlin: Countdown zur Zerschlagung

Niki soll an Lufthansa gehen.

Wo landet Air Berlin, wo Niki (Foto: Peter Unmuth)?

Nur noch wenige Tage - dann wird die Öffentlichkeit darüber informiert, was mit dem Air-Berlin-Konzern geschehen soll. Am Donnerstag hat sich der Gläubigerausschuss darauf geeinigt, erste konkrete Ergebnisse der Beratungen am kommenden Montag zu präsentieren.

Die Gerüchteküche brodelt jedenfalls bereits intensiv. So berichtet etwa die deutsche "WirtschaftsWoche", dass sich die Gläubiger auf exklusive Verhandlungen mit der Lufthansa-Gruppe für Niki verständigt haben sollen. Ein Stolperstein dabei könnte allerdings die Gesellschafterstruktur des österreichischen Air-Berlin-Ablegers sein: Dieser gehörte ja zuletzt zu 50,2 Prozent einer Stiftung und zu 49,8 Prozent über Umwege der ehemals zweitgrößten deutschen Airline.

Dieser Anteil wurde aber Anfang des Jahres an den bisherigen Partner Etihad um 300 Millionen Euro verkauft - hier müsste also auch eine gangbare Lösung mit den arabischen Teilhabern gefunden werden. Spannend wird dabei auch noch die Frage, ob das Insolvenzverfahren gegen die Niki Luftfahrt GmbH - Austrian Aviation Net berichtete hier und hier - vom Gericht zugelassen wird oder nicht.

Laut Informationen der "WirtschaftsWoche" sollen aber noch weitere Slots und Flieger aus dem Air-Berlin-Fundus an die Kranich-Airline gehen - die Langstrecke soll allerdings nicht dabei sein. Insgesamt will Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu den 38 bereits angemieteten Maschinen weitere 20 bis 40 Airbus-Flugzeuge übernehmen, wie das "Handelsblatt" berichtete. Darüberhinaus dürften noch Verhandlungen mit EasyJet und der Thomas Cook Gruppe für weitere Teile der Air Berlin geführt werden.

Apropos Verhandlungen: Auch wenn nach dem Wochenende der Stand des Bieterverfahrens bekannt gegeben wird, so dürfte es noch etwas länger dauern, bis die genauen Details debattiert worden sind. Laut Medienberichten muss man sich hier wohl noch bis Mitte Oktober gedulden. Und auch die Wettbewerbshüter werden vermutlich noch das eine oder andere Wort mitzureden haben.

Etwas länger wird es auch noch für Air Berlin Technik (ABT) mit ihren rund 850 Beschäftigten dauern: Das Bieterverfahren dafür ist nämlich nachgelagert, weil die an der Techniktochter interessierten Investoren Klarheit über die Entwicklungen der Airline bekommen sollen, um sich dann detaillierter mit der ABT beschäftigen und ein entsprechendes Angebot abgeben zu können. Deshalb sieht der Zeitplan im Bieterverfahren für die ABT vor, dass Investoren ihre Angebote erst bis zum 6. Oktober 2017 vorlegen müssen. 

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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