Air Berlin: 40 Maschinen im ACMI für Eurowings

Etihad Airways und Lufthansa wollen kooperieren.

Airbus A320 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Bis zu 40 Flugzeuge von Air Berlin könnten künftig im Rahmen eines Wetlease-Vertrags für die Deutsche Lufthansa AG unterwegs sein. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Kranich-Airline das dezentrale Netzwerk der Berliner, also das Kurz- und Mittelstreckennetz, das nicht von/nach Düsseldorf oder Tegel führt, übernehmen werden. Das wirtschaftliche Risiko werde die Lufthansa Group tragen, während Air Berlin als ACMI-Dienstleister auf diesen Routen tätig sein wird.

Dem Medienbericht nach wären sich Etihad Airways und Lufthansa einig, so dass lediglich der Kranich-Aufsichtsrat die Pläne im September absegnen muss. Weiters soll es zu einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Golfcarrier und der größten Airline Deutschlands kommen. 

Lufthansa werde die betroffenen Strecken bereits mit dem bevorstehenden Winterflugplan in Eurowings integrieren. Die Flotte von Air Berlin schrumpft dadurch auf knapp 100 Maschinen, die sich auf den Hub-Verkehr über Düsseldorf und Berlin-Tegel - inklusive Zubringerflüge - konzentrieren werden. Ob es auch Auswirkungen auf die österreichische Tochtergesellschaft Niki geben wird, ist noch unbekannt. Dem Vernehmen nach soll die Bombardier Dash 8-Q400-Flotte, die von der Luftfahrtgesellschaft Walter betrieben wird, nicht betroffen sein. Auch die Tuifly-Jets sollen bei Air Berlin im Einsatz verbleiben.


LGW betreibt 17 Dash 8-Q400 für Air Berlin (Foto: www.AirTeamImages.com).

Für Air Berlin ist der bevorstehende Deal ein regelrechter Befreiungsschlag, da man künftig für den dezentralen Verkehr mit 40 Maschinen mit fixen Einnahmen auf Stundenbasis rechnen kann. Es ist anzunehmen, dass die Verträge mit entsprechend langer Laufzeit abgeschlossen werden. Lufthansa kann die Marke Eurowings weiter ausbauen und eine regelrechte Monopolsituation auf dem innerdeutschen Markt einnehmen, um EasyJet und Ryanair abzuschrecken. Letzteres dürfte auch die Hauptintention der Kranich-Airline sein. Möglicherweise kommt man über die Zusammenarbeit mit Etihad Airways auch an diverse Investitionen, die bislang überwiegend bei Air Berlin getätigt wurden.

Unbekannt ist noch, ob dieser Deal einer Prüfung durch die EU-Kommission und das deutsche Kartellamt unterliegt. Aufgrund des Umfangs der Kooperation ist jedoch damit zu rechnen, dass es möglicherweise zu Auflagen kommen könnte.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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