AB-Krankenstände: Kebekus droht mit Grounding

Pilotenkrankmeldungen wären existenzbedrohend für Air Berlin.

Dash 8-Q400 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin sieht sich aufgrund von rund 200 kurzfristigen Piloten-Krankmeldungen in ihrer Existenz gefährdet. Das Luftfahrtunternehmen teilt man, dass man überhaupt kein Verständnis für "die zahlreichen kurzfristigen Krankmeldungen während des Crewbriefings unmittelbar vor dem Flug oder auf dem Weg zum Flugzeug" habe.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit erklärt hierzu in einer Aussendung: "Die Vereinigung Cockpit (VC) hat überrascht zur Kenntnis genommen, dass am heutigen Tage durch eine Vielzahl von Krankmeldungen beim fliegenden Personal der Ausfall von zahlreichen Air-Berlin-Flügen eingetreten ist. Zu keinem Zeitpunkt hat die VC dazu aufgerufen, sich krank zu melden."

Franz Kebekus, Generalbevollmächtiger im Insolvenzverfahren, sieht gar die Eigenverwaltung gefährdet: "Wenn sich die Situation nicht kurzfristig ändert, werden wir den Betrieb und damit jegliche Sanierungsbemühungen einstellen müssen." Damit stellt der Jurist erstmals die Einstellung des Flugbetriebs in den Raum, was mit anderen Worten das Grounding bedeuten würde.

"Die Air-Berlin-Mitarbeiter sind bislang sehr professionell mit der schwierigen Situation des Unternehmens umgegangen. Dafür gebührt ihnen große Anerkennung. Das, was wir jedoch heute bei einem Teil der Belegschaft sehen, ist ein Spiel mit dem Feuer. Der heutige Tag kostet uns mehrere Millionen Euro. Wir führen gerade die finalen Gespräche mit möglichen Investoren. Eine stabile Operations ist die zwingende Voraussetzung für ein Gelingen dieser Verhandlungen. Nur so können wir möglichst viele Arbeitsplätze sichern", fügt Firmenchef Thomas Winkelmann hinzu.

Bis Freitag dieser Woche haben Interessenten noch die Möglichkeiten Angebote für die vollständige oder teilweise Übernahme von Air Berlin einzureichen. Am 21. September 2017 soll der Gläubigerausschuss erste konkrete Entscheidungen treffen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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