1.400 Easyjet-Piloten werden "Österreicher"

Ab November werden britische Lizenzen in österreichische umgeschrieben. Grund: Der bevorstehende Brexit.

Airbus A320 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die auf dem europäischen Festland stationierten Piloten der Billigfluggesellschaft Easyjet werden künftig Österreicher, zumindest hinsichtlich ihrer Fluglizenzen. Eine Sonderregelung soll jedoch für deutsches Cockpitpersonal gelten, das die deutschen Zertifikate behalten wird bzw. erhält.

Ebenso gänzlich ausgenommen sind sämtliche Flugzeugführer der schweizerischen Tochtergesellschaft, bei der es hinsichtlich der Pilotenlizenzen keine Änderungen geben wird, da die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union ist und auch hinsichtlich des Brexits keine Änderungen erwartet werden.

Das im Vereinigten Königreich stationierte Cockpitpersonal wird weiterhin die britischen Fluglizenzen behalten, was auch damit zusammenhängt, dass die operative Durchführung sämtlicher Flüge mit in UK stationierten Maschinen - also ex UK und domestic - höchstwahrscheinlich keinerlei Handlungsbedarf aufgrund des Brexits bedarf.

Die Operation, die ab dem EU-Festland - ohne Schweiz, da diese nicht Mitglied der Europäischen Union ist - durchgeführt wird, wird gänzlich zur österreichischen Tochtergesellschaft Easyjet Europe verlagert. Dieses Unternehmen, das über eine österreichische Betriebsbewilligung und ein österreichisches AOC verfügt, wurde gegründet, um für die Folgen eines harten Brexits gerüstet zu sein. Die Geschäftsleitung von Easyjet plagte die absolut berechtigte Sorge, dass bedingt durch den bevorstehenden EU-Austritt des Vereinigten Königreichs auch der freie Marktzugang innerhalb der EU-Staaten für britische Airlines Geschichte sein könnte.

Doch davon könnten nicht nur Airlines betroffen sein, sondern auch Arbeitnehmer, in diesem Fall insbesondere Piloten. Easyjet ortet die berechtigte Gefahr, dass britische Lizenzen von Flügzeugführern nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU in der Europäischen Union nicht mehr anerkannt werden könnten. Um sowohl die Airline als auch die auf dem EU-Festland stationierten Piloten vor derartigen Konsequenzen zu schützen, werden die Papiere nun in österreichische umgeschrieben. Wie eingangs erwähnt ist das Personal von Easyjet Switzerland nicht betroffen und für in Deutschland stationierte Flugzeugführer gilt die Sonderregelung, dass diese deutsche Dokumente erhalten werden.

Für die Piloten könnten grundsätzlich Kosten für die Umschreibung ihrer Papiere anfallen, jedoch ist von Easyjet zu hören, dass diese um Unternehmen getragen werden sollen und dieses die Flugzeugführer in Kooperation mit der österreichischen Austro Control die Piloten bei der Erledigung der bürokratischen Schritte unterstützen wird.

An dieser Stelle ist auch anzumerken, dass die Wege für Easyjet Europe zur Austro Control absolut nicht weit sind, denn diese sitzen im 22. Wiener Gemeindebezirk gar im selben Bürokomplex. Die ACG und Easyjet Europe trennen also nur ein paar Schritte durch das Stiegenhaus oder eine kurze Fahrt mit dem Aufzug...

Betroffen sind 1.400 Piloten, die ab November umgestellt werden. Easyjet Europe hat laut einem Anschreiben an die Flugzeugführer derzeit 110 Maschinen in Österreich registriert. Über den Winter sollen nochmals 20 Stück dazu kommen. Hinsichtlich der Flottengrößte ist das Unternehmen damit das größte Luftfahrtunternehmen in der Alpenrepublik.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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